Das neue Album 2020

Katarakt

Vom Katarakt zu Karafka

 

Männer öffneten in 30 Jahren unglaublich viele Dosen Bier. Zögerlich anfänglich, schließlich immer öfter auch welche mit Ravioli und Sonnenmais. Die Sonne aber kam und ging.

Niemand flog zum Mond in der ganzen Zeit. Mondlose Nächte blieben grau. Ergraut sind unzählige Schläfenlocken, andere konnten gar nicht wachsen. Katarakte aber erblühten und vergingen im operativen Geschäft. Das Geschäft des Musikhörens würde sich bessern, dachten alle. In den Charts hielt sich 10 Wochen ein kleines Krokodil auf Platz 1!

Deutschlands Hauptstadt begann weiter mit einem B. Vergaser verstopften, Konten verödeten, Hoffnungen zerstoben. Zum Karneval ziehen wir Masken auf, die Bayern werden wieder Deutscher Meister, im Kreml brennt noch Licht. Die Klappe ist zu, der Affe erkrankt. Und Krause? Kommt betrunken nach Hause.

 

In 30 Jahren kann so wenig passieren – und dann so ein Album hier.

Das Debut Album 2018

Der Graue Planet


Als erstes fallen viele Adaptionen auf bekannte Leute oder Musikstücke auf. Angefangen bei dem Bandnamen, der sicher nicht zufällig an Franz Kafka erinnert. Der Titel des Albums ist sicher nur rein zufällig eine Anlehnung an das fast gleichnamige Erfolgsalbum der Gruppe Karat. Beim Hören des ersten Songs dachte ich, dass es eine eher lustige Platte ohne tiefsinnigere Texte ist. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Okay, der Starter "Armer Irrer" ist wirklich eher was zum Schmunzeln. "Schlag mich aus nicht aus" ist hingegen ein schönes Liebeslied. "Wenn ich liegen bleibe" erinnert an Tage, an denen man schon beim Aufwachen weiß, dass aus dem Tag einfach nix Gutes wird. "Es war nicht alles Mist" handelt vom Leben in der ehemaligen DDR. Hier können die Thüringer sicher auch die eine oder andere eigene Erfahrung einbringen. Am meisten überrascht hat mich allerdings "Mein Krampf", das auch erstmal locker und unbeschwert klingt. Doch geht es hier um die Hitler-Zeit. Die Jungs üben also durchaus auch gesellschaftliche Kritik.

Wenn man sich also die Zeit nimmt und den Texten wirklich lauscht, kann man hier und da also unvermutet doch mehr entdecken, als man zunächst glaubt. Vom Sound her ist es eine gute Mischung aus Rock, Pop und einer Prise Country.
(Antje Brandt, http://www.deutsche-mugge.de/)